Agroforst 1 -unser Hühnerwald

Ein Lebensraum entsteht

Seit einem Jahr haben unsere mobilen Hühner ihren eigenen Wald - den Hühnerwald. Im April 2016 haben wir dazu auf einem Acker am Ortsrand von Rettmer mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher helfender Hände 1500 Pappelstecklinge und Weiden gepflanzt (erste Eindrücke aus dem Frühjahr siehe unten). Die Bäume bilden die Grundlage für das erste Agroforstsystem unseres Betriebes. Der Erfolg der ersten Pflanzaktion ist deutlich messbar: 3,70 m hoch ist die größte Pappel in unserem Hühnerwald – nach nur einem halben Jahr!

 

Mitte November 2016 folgte die zweite Pflanzaktion – wegen der Vogelgrippegefahr unter verstärkten Vorsorgemaßnahmen und daher ohne Hilfe von außen: Diesmal wurden noch Wildobst, Nuss- und weitere Sträucher vor die Baumstreifen des Hühnerwaldes gesetzt. Details zu den gepflanzten Sorten finden Sie in der Karte rechts: Klicken Sie dazu einfach auf die einzelnen Teilflächen.

Hühner unter Bäumen auf dem Acker? Ja, warum nicht?

Unser Hühnerwald dient als artgerechter Lebensraum für unsere mobilen Hühner. Hier und auf weiteren Flächen werden die mobilen Ställe unserer Legehennen und Hähnchen regelmäßig umgesetzt, sodass die Tiere immer einen frischen Auslauf zum Scharren, Fressen und Sandbaden nutzen können. Der Hühnerwald bietet nicht nur viel Platz - und zwar 10 m² pro Tier und damit 6 m² mehr als gesetzlich für die Freilandhaltung vorgeschrieben -, sondern auch Schutz vor Raubvögeln, Wind und zu viel Sonne. Durch das intensive Suchen nach Insekten und Früchten der Wild- und Futterpflanzen können die Hühner ihren natürlichen Verhaltensmustern nachgehen und haben so stets artgerechte Beschäftigung. Entsprechend hoch ist der Wohlfühlfaktor für die Tiere - eine der wichtigsten Voraussetzungen für höchste Qualität und einen guten Ertrag.

Der Hühnerwald als Ökosystem

Während Pappeln und Weiden v. a. für den Bodenaufbau, für ein besseres Mikroklima und als Energiepflanzen dienen sollen, schaffen verschiedene Sorten von Pflaume, Holunder, Johannis- und Apfelbeere, Birne, Mirabelle, Hasel- und Walnuss, Liguster, Erbsenstrauch und Vogelbeere Abwechslung auf dem Speiseplan unserer Hühner und können zum Teil auch als Ertragspflanzen genutzt werden. Zusätzlich tragen die Pflanzen durch ihr saisonal unterschiedliches Angebot an Blüten und Früchten zur Erhöhung der Artenvielfalt bei. So nutzen den Wild- und Honigbienen zum Beispiel die Weidenkätzchen und die Blüten des Pfaffenhütchens; letztere reifen später zu Beeren und Samen heran, die im Winter von Rotkehlchen und anderen Vögeln gefressen werden können. Der Weißdorn ist beliebt bei Heckenbrütern. Seine Dornen bieten Schutz vor Raubvögeln, seine Beerenfrüchte dienen als Nahrung.

 

So trägt die die bunte Mischung unterschiedlichster Sträucher, Bäume, Wildblumen und weiterer Futter­pflanzen zu einem vielfältigen und gesunden Ökosystem bei. Eigens angelegte biologische Hot­spots sollen später den Artenreichtum weiter erhöhen, während, fast schon nebenbei, die Fruchtbarkeit unseres Bodens verbessert wird: durch den anfallenden Hühnerdung, durch die Biomasse der Gehölze und durch stellenweise in den Boden eingearbeitete Frischzweighäcksel und Waldboden-Pilzkulturen. Nach und nach entsteht so ein Agroforstsystem als ideale Symbiose von Mensch und Natur.

Der Hühnerwald: Agroforstsystem Nr. 1 auf dem Hof Hartmann in Rettmer
April 2016: Der Hühnerwald wird angelegt.
November 2016: Weitere Büsche und Bäume werden gepflanzt.
November 2016: Weitere Büsche und Bäume werden gepflanzt.
Artgerechte Haltung von Legehennen im Hühnerwald
Der Waldrand ist der natürliche Lebensraum der Hühner.
Raum für mehr Natur
Raum für mehr Natur

Erste Eindrücke: Frühjahr 2016

Messbares Wachstum: Spätsommer 2016

Und es geht weiter: November 2016

Still ruht der Hühnerwald: Dezember 2016

Ein richtiger Wald! Unser Hühnerwald im Juni 2017:

Und es geht weiter... Lassen Sie sich überraschen!