Agroforst 2 - unser Pappelacker

Bäume auf den Acker!

Direkt neben unserem Hühnerwald - mitten auf dem Acker - haben wir im November 2016 über 50 Pappeln in zwei Reihen gepflanzt. Damit entsteht das zweite Agroforstsystem unseres Betriebes, unser Pappelacker.

 

Die Baumreihen auf dem später rund 2 m breiten Pflanzstreifen sollen den Ackerkulturen ein angenehmeres Klima bieten, den Wind aus der Fläche nehmen und Nährstoffe aus tieferen Erdschichten über die Blätter wieder auf die Bodenoberfläche holen. Außerdem bieten sie Vögeln zusätzliche Brutmöglichkeiten. Je Pappelreihe wird später noch ein Blühstreifen angelegt, wodurch wir weiteren Lebensraum für Insekten und andere Wildtiere schaffen.

 

Wie bei allen Agroforstsystemen wird das Holz der Pappeln später regelmäßig geerntet und kann als nachhaltige Ressource für Energie- oder Industrieholz verwendet werden.

Wir gehen voran

Unser Pappelacker stellt uns vor eine nicht zu unterschätzende Herausforderung: Diese Form des Agroforstsystems ist hier rechtlich und förderrechtlich noch nicht anerkannt und es besteht für uns das Risiko, dass die zukünftige Nutzung des Ackers nicht mehr durch uns selbst bestimmt werden kann. Zudem werden wir auf die Flächenprämien auf dem Pflanzstreifen verzichten müssen, da der Artikel 23 zu Agrarforstsystemen der EU-ELER-Verordnung Nr. 1305/2013 (Verordnung über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) in Deutschland leider nicht umgesetzt wurde.

 

Dennoch sind wir von den ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen dieses Systems überzeugt. Darum wollen wir nicht länger auf politische Entscheidungen warten und mit gutem Beispiel vorangehen. Vielleicht können wir auf diese Weise Überzeugungsarbeit leisten und so den Bäumen auf dem Acker wieder einen Wert geben.

Bäume auf dem Acker für besseres Mikroklima
November 2016: Der Pappelacker wird vermessen.
Vorausschauend Handeln - wir glauben daran!
Vorausschauend Handeln - wir glauben daran!

Erste Eindrücke: November 2016