Zäune über Zäune im und rund um den Hühnerwald

Zäune über Zäune im und sogar neben dem Hühnerwald... heute wollen wir Ihnen endlich mal erklären, wen wir da eigentlich ein- und aussperren - und warum! 🐔🦊🌳🦉

Seit Herbst sind wir dabei, unseren Hühnerwald und die südlich angrenzende Fläche von 4 Hektar einzuzäunen - ein echter Knochenjob, trotz schwerem Gerät. 🚜 Damit wollen wir noch mehr Platz für unsere mobilen Hühner schaffen und den restlichen Flächen Gelegenheit zur Regeneration geben. Die Flächen werden dazu nach und nach umgebrochen, neu mit Ackergras, Klee und Kräutern eingesät und können dann nach etwa einem halben Jahr wieder als Weide genutzt werden. Durch die größere Fläche haben wir außerdem Platz, um zwischen den Baumreihen Produkte für unseren Hofshop anzubauen (Kürbisse und Frühkartoffeln wären eine Idee, hier sind wir noch in der Planung). Nicht zuletzt müssen wir die Weiden ohnehin umbrechen, damit sie nicht den sogenannten Ackerstatus verlieren: laut Gesetz dürfen nämlich Flächen, die länger als 5 Jahre nur Grünland waren, nicht wieder als Acker genutzt werden. Das wollen wir natürlich vermeiden. Unser Hühnerwald war bis 2016 eine gute Ackerfläche. Durch die Wechselwirkungen der Nutzung als Hühnerweide und Acker innerhalb eines Agroforstsystems versprechen wir uns eine Verbesserung unseres Bodens, auf dem dann auch wieder gesunde Lebensmittel produziert werden sollen. Das heißt, die Fläche muss Acker bleiben, auch wenn sie zwischenzeitlich zwecks Bodenaufbau anders genutzt wird.

Warum brauchen wir dazu aber so viele und so hohe Zäune? Dazu mehr in den Texten zu den einzelnen Fotos!

Nicht nur die Weiden, sondern besonders auch unsere mobilen Zäune haben unter den letzten zwei trockenen Sommern echt gelitten. Bei jedem Umstellen der Mobilställe mussten auch die Zäune ein Stück weitergesetzt werden, damit die Hühner ans frische Grün kommen. Weil der Boden aber so knochentrocken war, sahen die Spitzen der Weidezaunstäbe schon im ersten Sommer so aus wie hier auf dem Bild: vollkommen verbogen und fast unmöglich in den harten Boden zu bekommen.


Auch das Zaungeflecht selbst ist für den Dauereinsatz nicht geeignet, wie man an diesem Loch hier (nur einem von ganz ganz vielen) gut erkennen kann.

Und da das Gras auf der anderen Seite des Zauns bekanntlich immer grüner ist, haben unsere schlauen Hühner gern jedes Loch im Zaun zum Ausbüchsen genutzt.


Unser Kabelbinderverbrauch ist in den letzten Jahren beinahe ins Unermessliche gestiegen...

Jetzt im vierten Jahr sind fast alle Zäune wirklich hinüber und wir müssten neue kaufen - ein Haufen Geld (und Müll) und wahrscheinlich hätten wir in ein paar Jahren wieder alles neu anschaffen müssen. Eine andere, dauerhaft haltbare Lösung musste her!


Die Lösung heißt: feste Zäune. Auch teuer und aufwändig, aber danach haben wir hoffentlich erstmal eine Weile Ruhe.

Beim Bohren der Löcher für die Pfosten konnte man mal wieder ganz gut sehen, was die Landwirtschaft so komplex macht: Aus beinahe jedem Bohrloch kam der Sand in einer anderen Farbe hervor: mal heller, fast sonnengelb, mal dunkler und eher braun, was bedeutet, dass wir selbst innerhalb weniger Meter Abstand sehr inhomogene Flächen mit unterschiedlichen Eigenschaften haben, also z. B. mal mehr, mal weniger Lehmanteil. Das sieht man sonst am ehesten, wenn das Getreide mitten auf einem ansonsten gut wachsenden Feld vertrocknet: das ist dann ein Stück, wo mehr Sand im Boden ist, durch den das Wasser schneller versickert.

 

Damit der Fuchs von unseren Hühnern bleibt, haben wir einen Untergrabeschutz angelegt. Unser erster Außenzaun war nämlich kein echtes Hindernis für das schlaue Tier: erst ist er an geeigneten Stellen drüber geklettert, und als wir ihm das mit einer stromführenden Litze vermiest hatten, grub er sich kurzerhand unter dem Zaun durch (obwohl der damals schon 30 cm tief im Boden eingegraben war - naja, wir lernen halt immer wieder dazu... 😉 ).


So sehen die Zäune aus, wenn sie fertig sind (na fast, sie werden noch auf eine Länge gebracht). Jeder Stall bekommt jetzt bis zu 1,5 Hektar fest eingezäunte Fläche (zwei bis drei Fußballfelder - also je nach Größe der Fußballfelder... vielleicht bleiben wir lieber bei Hektar 😁). Und weil wir nicht mehr mit den mobilen Zäunen hantieren müssen, wird das Umstellen einfacher+schneller und ist daher auch mal öfter möglich.


Schön sehen die Zäune ja wirklich nicht aus. Darum haben wir uns für das Areal südlich vom Hühnerwald etwas besseres überlegt: Hier werden wir die Innenzäune mitten in die Pappelreihen setzen, also praktisch die Struktur des Agroforstsystems auch für die Zäune nutzen. Wie man hier sieht, ist ja genug Platz zwischen den Bäumen, selbst wenn sie schon ein paar Jahre alt sind.

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Das Bild stammt aus dem April 2016, als wir die ersten Baumreihen für unseren Hühnerwald angelegt haben. Bei dieser Pflanzaktion hatten wir großartige Unterstützung durch viele helfende Hände. Das würden wir gern wiederholen! Wie, wann und wo geben wir noch bekannt - es darf aber gern schon mal weitergesagt werden, dass bei Hartmanns im Frühjahr 2020 wieder Bäume auf dem Acker gepflanzt werden... 😉👍🌱🌿🌳