Hat's im Februar geschneit, ist der Frühling nicht mehr weit

Acker Brandwiese; links: Weizen in Flachanbau, Mitte Dammkultur, rechts Agroforstsystem (Pappelreihen)
Unser Acker "Brandwiese mit Weizen im Flachanbau (links), Dammkultur (Mitte) und noch die Pappel-Baumreihen unseres Agroforstsystems (rechts). Den Weizen, der hier wächst, bekommt später Bäcker Soetebier für sein #Regiopur-Projekt!

Mehr zu Regiopur und den Partnerbetrieben: https://soetebackt.de/regio-pur-1

OK: diese Bauernregel haben wir uns gerade ausgedacht - aber wie schön wären doch mal wieder ein paar Gute-Laune-Sonnenstrahlen im Gesicht!!  Stattdessen seit Wochen Schnee und Frost. Aber was macht das eigentlich mit unseren Äckern? Ist es gut, wenn der Frost mal ordentlich "zubeißt"? Und macht unsere Dammkultur vielleicht einen Unterschied?

Aus gutem Grund heißt es im Kinderlied: "Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümelein zu. Dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh". Eine dicke Decke aus luftig leichten Schneeflocken isoliert nämlich richtig gut. Der Frost kommt durch eine geschlossene Schneedecke nur schwer an die Pflanzen und den Boden darunter. Außerdem ist Schnee natürlich auch Niederschlag - und anders als ein Sommerplatzregen, der schon mal wertvollen Ackerboden wegspült, taut der Schnee meist langsam auf, sodass das Wasser nach und nach in den Boden eindringen kann. So bleiben Boden und Wasser da, wo wir sie brauchen.

 


Ohne Schnee kann Frost Kulturpflanzen erfrieren lassen. Wir haben im Herbst Winterraps, Dinkel, Weizen und Roggen ausgesät; die Sorten, die wir gewählt haben, kommen aber mit Frost gut klar und soooo kalt war es ja tatsächlich nicht: wir hatten hier in den letzten Wochen gerade so zweistellige Minustemperaturen. Bedeutsamer ist, wie warm der Herbst war: Ist die Kultur zu früh zu hoch gewachsen, schadet ihr der Frost im Winter mehr, als wenn sie noch nicht soweit entwickelt ist. Bei Kälte ruhen die Jungpflanzen ansonsten einfach. Die Entwicklung kommt erst wieder in Gang, wenn der Boden längere Zeit warm wird (darum wird es jetzt erst spannend: langer Frost schadet weniger als ein wiederholter Wechsel aus Frost und Tauwetter).

Und die Dammkultur? Liegt viel nasser Schnee auf den Pflanzen, läuft das Tauwasser eher ins Dammtal, sodass die Pflanze, die ja auf dem Damm wächst, besser Luft bekommt. Außerdem schafft der Frost es durch die größere Oberfläche des Damms leichter, liegengebliebene Kartoffeln aus der letzten Ernte abfrieren zu lassen. Die wachsen hier also nicht mehr durch: das spart uns Arbeit.

Also: Schnee und Frost haben auch ihr Gutes. Und der Frühling kommt ja trotzdem!