Unsere Husumer Protestschweine


Frederick und Piggeldi, Max und Moritz

Mit den zwei Rotbunten Husumern Frederick und Piggeldi haben wir im Jahr 2017 die Schweinehaltung wieder zurück auf unseren Hof gebracht. Schon der Senior hat hier Schweine gehalten. Bis zu 1000 Schweine lebten zeitweise bei uns auf dem Hof. Für sie war sogar eigens ein Schweinezuchtmeister bei uns beschäftigt! Wegen des Preisverfalls für Schweinefleisch und auch wegen der nicht zu unterschätzenden Geruchsbelästigung für unsere Nachbarn haben wir die Schweinehaltung aber vor vielen Jahren aufgeben. Die letzte Sau verließ 2000 unseren Hof.

 

Jetzt wagen wir als Nachfolgegeneration noch einmal den Versuch, nur unter etwas anderen Bedingungen: im kleinen Rahmen, in Offenstallhaltung, mit einer ganz besonderen Schweinerasse und mit viel Zeit, die wir den Tieren zum Wachsen lassen.

 

Mit Frederick und Piggeldi wollten wir erstmal vor allem unseren Eigenbedarf an hochwertigem Fleisch und guter Wurst decken. Seit Herbst 2018 haben die beiden zwei Nachfolger namens Max und Moritz bekommen. Und wer weiß - vielleicht wird ja nach und nach doch mehr aus unserer Schweinehaltung. Ganz in der Tradition unseres Seniors, aber eben doch auch ein bisschen anders!

Frederick und Piggeldi kamen vom Arche-Hof in Groß Banratz in der Arche-Region Elbe zu uns auf den Hof Hartmann nach Rettmer.

Im September 2017 hieß es: Moin und willkommen auf unserem Hof, Frederick und Piggeldi!

 

Natürlich sollten die beiden es bei uns richtig gut haben: ein trockener Stall mit dickem Strohbett und ein großer Auslauf zum Wühlen, Suhlen, Rumtoben und Entdecken, das hat den beiden gefallen!


Alte Haustierrassen: Arterhalt durch Nutzung

Rotbunte Husumer, sogenannte Protestschweine, sind eine alte, seltene Hausschweinrasse. Mit den Schweinen in den rotweißen Landesfarben von Däne­mark sollen - so jedenfalls die Legende - vor gut 100 Jahren die Dänen in Nordfriesland gegen die preußischen Eroberer "Flagge" gezeigt haben. Weil die Preußen die dänische Flagge verboten hatten, züchteten die Dänen eben aus Protest rotweiße Schweine, die sie dann in ihrem Vorgarten laufen ließen. Daher der witzige Name "Protestschweine".

 

Mit der Nutzung dieser Haustierrasse tragen wir zu ihrem Arterhalt bei - und zwar gerade indem wir sie essen! Die robusten, anspruchslosen Tiere haben ein sehr aromatisches, schön marmoriertes Fleisch, wachsen aber nur halb so schnell wie moderne Rassen. Darum wurden sie seit den späten 1960er Jahren kaum noch gezüchtet. Nur durch Nutzung, Wertschätzung und Weiterzucht können Haustierrassen aber erhalten bleiben, und dazu wollen wir gern beitragen.

 

Ein rundes Jahr lang konnten unsere Schweine ihr Leben auf unserem Hof genießen. Bei gutem Futter, frischer Luft und viel Beschäftigung im Freien haben sie ein schönes aromatisches Fleisch entwickelt. Damit möglichst viel von unseren Tieren verwertet wird, haben wir von der Schlachterei Isermann (Kirchgellersen) verschiedene Wurstkonserven zubereiten lassen, die Sie bei uns im Hofshop bekommen: Frühstücksfleisch, Leberwurst und mehr – probieren Sie selbst!

Frederick und Piggeldi in Aktion


Max und Moritz