Wege entstehen dadurch, dass man sie geht - das ist eigentlich schon immer unser Motto (nur den Spruch dazu haben wir nicht selbst erfunden...). Aber manchmal sollte man Wege auch befestigen und absichern, damit sie lange tragfähig bleiben. Welche Wege wir in diesem Jahr befestigt haben und welche (noch?) nicht, welche trotz (oder dank) beständiger Nutzung immer gut halten und welche neuen Wege wir doch wieder eingeschlagen haben, davon erzählen wir in unserem kleinen Jahresrückblick.
Das Jahr 2025 begann mit einem Vortrag von Jochen in Jesteburg zum Thema "Schritt für Schritt zu mehr Biodiversität". In Sachen Artenvielfalt haben wir in den letzten Jahren dank eines bunten Straußes an Maßnahmen auf unseren Ackerflächen große Schritte nach vorn gemacht. Die positiven Effekte sind hier inzwischen deutlich messbar, und das Summen, Brummen, Krabbeln, Zwitschern und Flattern auf den blühenden Flächen und unter unseren Bäumen hier in der Feldmark ist einfach immer wieder wunderschön.
Noch suchen wir nach Wegen, auf Zeit angelegte Maßnahmenpakete wie beim F.R.A.N.Z.-Projekt zu verstetigen. Dass wir bei dieser Suche aber nicht allein sind und den richtigen Weg vielleicht gemeinsam mit anderen finden können, zeigt das große Interesse an unseren Erfahrungsberichten: Außer in Jesteburg gab es Vorträge von Jochen auch noch bei der DSV Saaten und gleich zwei Mal in Loccum (zu F.R.A.N.Z. und zu unseren Agroforstsystemen). Direkt vor Ort bei uns ließen sich u. a. Landesbischof Meister, die Tierwohlinitiative der Landwirtschaftskammer Hamburg, die Umweltstiftung Michael Otto, die Kollegen aus den Projekten F.R.A.N.Z. und FABIAN und der Deutsche Landfrauenverband unsere Maßnahmen zeigen. Und natürlich waren auch wieder diejenigen bei uns, dank derer wir wissen, dass all der Aufwand nicht umsonst ist: unsere Citizen-Science-Lokalgruppe, die unsere Agroforstsysteme beforscht, und viele weitere Wissenschaftler:innen, die regelmäßig zählen, messen und analysieren, welche Wege die Biodiversität bei uns in diesem Jahr gegangen ist.
Eine Sache, für die wir die Weichen in den letzten Jahren gestellt hatten und die nun, wie unsere Agroforst-Systeme, langsam auf einen festen Weg kommt, ist die Dammkultur. Wir sind überzeugt davon, dass der Anbau auf Dämmen uns dabei hilft, den Boden resilienter zu machen und ertragreich zu erhalten, auch und gerade im Zuge des Klimawandels. Zwar ist die Umstellung teuer und die regelmäßige mechanische Bodenbearbeitung aufwändig, aber hier bleiben wir dran, haben auch dieses Jahr wieder viel dazugelernt und so unseren Erfahrungsschatz weiter gefestigt.
Ganz ohne neue Wege ging es aber natürlich auch dieses Jahr nicht, und das war dann auch gleich wieder ein ganz schön steiler Pfad: die Umstellung auf die digitale Hofshop-Kasse. Schon seit letztem Jahr hatten wir alles geplant, die Umsetzung dauerte länger als gedacht und einige Abschnitte des Weges waren (und sind teils noch immer) ganz schön holprig, aber das Entscheidende ist: ihr wart sofort begeistert! Wer anfangs Hilfe brauchte, bekam sie natürlich, und selbst wenn wir mal nicht gleich zur Stelle sein konnten, kam die Unterstützung einfach vom nächsten Kunden. Ihr seid eben toll! Wir sind dankbar, dass ihr die Umstellung so motiviert gemeistert habt und stellen einmal mehr fest: Auf euch ist einfach Verlass. Den Weg mit euch gemeinsam zu gehen, führt immer wieder geradewegs zum Ziel, und das ganz ohne Befestigung oder Geländer, sondern einfach im Vertrauen auf euch.
Über unseren langen gemeinsamen Weg mit euch haben wir dieses Jahr immer mal wieder klönen können: an den Adventswochenenden standen wir in kleiner Runde mit euch zusammen, bei Glühwein und Hartmann-Bratwurst (richtig schön, weil für das direkte Gespräch mit euch eigentlich immer zu wenig Zeit ist). Lasst uns im Gespräch bleiben, ganz real, nicht nur digital!
Jetzt ist aber erstmal Zeit für ein paar Tage Ruhe und Besinnlichkeit: Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest, viel Zeit mit euren Lieben, ein bisschen Muße über neue, ausgetretene, feste, steile, rutschige oder auch gänzlich unbekannte Wege nachzudenken, Gelegenheit zum Durchschnaufen, das zurückliegende Jahr sacken lassen und dann einen richtig guten Start in ein hoffentlich tolles, möglichst friedvolles und gesundes Jahr 2026...
Eure Hartmanns und das ganze Team vom Hof Hartmann in Rettmer